Was ist Systema?

Wing Tsun (abgekürzt W T) ist aus den traditionellen Kampftechniken des Shaolin Kung-Fu entstanden und hat sich zu einer modernen Form der Selbstverteidigung entwickelt.

 

WT stellt nicht die Kampf- „Techniken“ in den Vordergrund oder versucht zum exakten Nachahmen zu animieren, sondern verlässt sich auf grundlegende Kampf- und Bewegungsprinzipien, die in unvorhergesehnen Situationen und gleichermaßen im Üben selbst Orientierung und Sicherheit bieten. Die Prinzipien zeigen sich in natürlichen, effizienten und leichten Bewegungen.

 

Es wird geübt um die Fähigkeiten zu erlernen, die notwendig sind, damit sich diese Prinzipien in den eigenen Handlungen widerspiegeln können, es ist gleichermaßen der Weg und das Ziel des Wing Tsun-Trainings.

 

Es geht nicht darum anzugreifen, sondern mit dem Angriff so umzugehen, dass der Kampf so schnell als möglich beendet wird. Die Haltung, die im Wing Tsun zum Ausdruck kommt, ist also nicht gewalttätig kämpferisch, sondern agressiv friedfertig. Man lernt, wie ein echter Krieger, mit Aggressionen umzugehen und auf einen Angriff angemessen zu reagieren.

 

Die natürlichen Bewegungen eines Wing Tsun Übenden sind dynamisch und bei richtig abgestimmter Ausführung sehr wirkungsvoll. Um die nötige Handlungsbereitschaft zu entwickeln ist es wichtig, sich mit den Formen gründlich auseinanderzusetzen. Es wird auch mit den traditionellen Waffen Langstock und Doppelmesser geübt. Das Training mit den Waffen sorgt für eine gute Körperhaltung, schult die Aufmerksamkeit und das Timing.

 

Wing Tsun ermöglicht es Ihnen, sich freier, natürlicher und ohne Angst bewegen zu können, da man auch im Ernstfall spontan und angemessen auf die Situation reagieren lernt. Die Angst wird unter Kontrolle gebracht indem man lernt zu fallen und seinen Atem auf eine Weise  zu kontrollieren, die typische Angsterscheinungen nicht ablaufen lässt. Durch die Partnerübungen verliert sich die Furcht vor körperlichem Kontakt (dem Treffen und getroffen werden) In überschaubarer Zeit sind sie in der Lage, sich zu verteidigen oder anderen Hilfe dabei zu leisten.

 

Durch die vorherrschenden Ganzkörperbewegungen verbessert sich die Qualität und Koordination Ihrer Handlungen, ohne dass Sie in ein Ungleichgewicht geraten. Sie tun etwas gutes für sich und  beginnen wieder leichter zu lernen. Es bedarf keinerlei zusätzlichen Fitnesstrainings, um Fortschritte zu machen. Viele klassische W T -Übungen werden heutzutage als  brandneues "funktionales Training" angeboten.

 

Wie kann ich mir das Training vorstellen?

W T lernen Sie vor allem durch Partnertraining mit anderen Schülern oder in intensiven auf Sie abgestimmten Privatstunden. Die Trainingsatmosphäre ist entspannt, aufmerksam und durch ein konstruktives Miteinander geprägt. Man lernt Wing Tsun ähnlich wie eine (Fremd-) Sprache: Die 6 Haupt-Formen enthalten ein sich erweiterndes Alphabet von Bewegungen, die in Partnerübungen zu einzelnen Wörtern kombiniert werden. Die Trainingsmethode Chi-Sao, auch „klebende Arme“ genannt, bringt Ihnen bei, reflexartig auf Bewegungsimpulse zu reagieren, dieses sensomotorische Training fungiert als Grammatik der zu lernenden Sprache. Die dazu passenden Anwendungen ermöglichen Ihnen in Standartsituationen angemessen zu handeln, beim Sprachenlernen wären es die gebräuchlichsten Sätze für typische Alltagssituationen (Einkaufen, Zimmerbuchung – (im Training) Schubsen, Faustangriffe, Tritte …). Schließlich möchten Sie sich auch völlig frei und spontan unterhalten, dies lernen Sie im freien Sparring(Lat-Sao) zu erproben.

 

Um den Bewegungen die Kraft zu verleihen, wird regelmäßig mit Pratzen trainiert und der Sand-  bzw. Wandsack genutzt, um den effektiven Bewegungs-Rhythmus einzuüben.

 

Wing Tsun für alle

Um Wing Tsun zu lernen, bedarf es keiner besonderen körperlichen Voraussetzungen, da es keine akrobatischen Bewegungen gibt.

 

Sie müssen kein klassischer „Sportler“ sein, um einzusteigen.

 

Auch Schreibtischtäter sind hier richtig. Da jeder Mensch anders lernt und mit anderen Voraussetzungen und Vorstellungen kommt, wird er dort abgeholt, wo er sich gerade befindet. Wing Tsun eignet sich für Frauen und Männer jeden Alters, für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Trainingsgelegenheiten. Auch Erfahrung in anderen Kampfkünsten und Kampfstilen bilden im Allgemeinen keine unüberwindbaren Hindernisse. Entgegen der landläufigen Meinung muss man Kampfkunst nicht von Kindesbeinen an gelernt haben, um es darin zu einer beachtlichen Fähigkeit zu bringen, da  der Mensch ein Leben lang lernfähig bleibt.

 

Prüfungen

Der erste Teil des Prüfungssystems im Wing Tsun ist in Schülergrade (SG) und Technikergrade (TG)  unterteilt. Der erste Schülergrad ist der Einstieg in das Graduierungssystem, bis zum ersten TG legt man 12 SG-Prüfungen ab. Der erste Technikergrad bedeutet nicht, wie häufig angenommen, die Meisterschaft, sondern lediglich, dass der Schüler die Stufe des reinen Erlernens der Techniken abgeschlossen hat und sich nun mehr auf die Prinzipien konzentrieren kann. Die Technikergrade tragen den Wing Tsun - typischen schwarzen Anzug mit roter Saumfassung.

 

Es besteht keine Verpflichtung, Prüfungen abzulegen. Wer sich doch dazu entschließt, seine Entwicklung durch Prüfungen zu dokumentieren, wird merken, dass dadurch eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Basistechniken des Wing Tsun angeregt wird.

 

Das scheinbar endlose und unübersichtliche „Material“ an Techniken bekommt mit einem Mal Struktur, die Zusammenhänge und wiederkehrenden Bewegungsprinzipien werden deutlich.

 

So hilfreich die Prüfungen für das Verständnis des Systems sind, so sollte das Erreichen des nächsten Grades nicht die einzige Trainingsmotivation sein. Es ist sinnlos zu trainieren, um Prüfungen abzulegen. Mit jeder Prüfung bestätigt man den Grad seines Verständnisses auf dem jeweiligen Niveau und nicht eine objektive Kampfstärke.

 

Der Lehrer kann beurteilen, ob die Entwicklung des Schülers im Einklang mit dem Lernweg des Wing Tsun steht. Die Schülergradprüfungen bis zum 12. SG werden schulintern durchgeführt. Die TG-Prüfungen nimmt Sifu Hartmut Gebelein ab.

Die Graduierung eines Schülers ist durch einen entsprechend farbigen Aufnäher erkennbar.

Bei regelmäßiger Teilnahme an zwei Träningsterminen die Woche, benötigt man etwa vier Jahre um die 12 Schülergrade zu durchlernen.

 

Was ist das Besondere an Wing Tsun?

Im W T lernt man gleichermaßen eine Technik, wie auch die Fähigkeit, völlig bei der Sache zu sein. Darin liegt der Wert für den Alltag. Die gesteigerte Aufmerksamkeit und die fließenden Bewegungen übertragen sich nach und nach auch auf das weitere Leben. Das Training ist wie ein Forschungslabor, das einem ermöglicht, sich selbst unter erleichternden Bedingungen zu entwickeln.

Das Herz oder der Leim, der die Lernschritte zusammenhält und Wing Tsun von anderen Kampfkunststilen unterscheidet, ist die ausgeklügelte Trainingsmethode Chi Sao („klebende Arme“), durch den taktilen Sinn erschließt man sich einen Bereich menschlicher Möglichkeiten, der  für gewöhnlich brach liegt. 

 

Was Wing Tsun außerdem so besonders macht,  ist seine redundante Lernstruktur, d.h., die Lernschritte bauen in einer Weise aufeinender auf, die ein besseres Verständnis in kürzerer Zeit erlauben. Jede Stufe hat anwendbare Fähigkeiten zum Ergebnis. Gewöhnlich bedeutet dies, dass die Selbstverteidigungsfähigkeit schon nach wenigen Übungsterminen deutlich gestiegen ist. Man muss nicht jahrelang trainieren, um erste brauchbare Fähigkeiten zu erlangen.

 

Besonders ist auch, dass die Effektivität der Bewegungen nicht vom Durchmesser der Muskulatur abhängig ist, sondern ihre Wirkung aus einem klugen Einsatz aller vorhandenen Strukturen bezieht, durch diese Vielseitigkeit sind Verletzungen beim Training sehr selten.

 

Über Wing Tsun gibt es sehr viel Interessantes zu sehen und zu lesen, aber eines ist unschlagbar gut: es auszuprobieren!

 

Nehmen Sie an einem Probetraining teil und entscheiden Sie selbst. Ich freue mich auf  Sie!

 

Was ist das Besondere am Privatunterricht?

Privatsunden sind 45min Übungseinheiten, bei denen sich der Lehrer ausschließlich um einen (selten auch bis zu drei) Schüler kümmert, es werden dadurch umfangreiche Lernfortschritte mit wenig Zeitaufwand möglich.

 

In ruhiger Atmosphäre passt der Lehrer den Stoff genau an die individuellenMöglichkeiten an. Die Lerngeschwindigkeit und Ziele des Schülers werden integriert. Durch geduldige Korrektur und die Förderung  individueller Stärken entsteht ein spannender Dialog zwischen Lehrer und Schüler, der gute Trainingsergebnisse hervorbringt.

 

Erfahrungsgemäß wünschen Schüler einen Großteil der Privatstunden zur Verbesserung ihrer „Chi-Sao“ – Fähigkeiten (taktiles Training) zu nutzen, was gleichzeitig die Schnelligkeit, Geschmeidigkeit, den Krafteinsatz, auch das Timing und Distanzgefühl schult. Es ist andererseits auch leicht möglich, den Schwerpunkt auf die kämpferischen Fähigkeiten zu richten oder ganz bestimmte Selbstverteidigungssituationen  zu klären.

 

Es ist von Anfang an sinnvoll, regelmäßig Privatunterricht zu nehmen. Die Termine werden per Telefon, E-mail oder persönlich vereinbart.